Blog-Themen : Hauptseite
Mehr Lebensfreude
mit dem KOMPASS :
Berend Lange schrieb am 23.11.2009 in Weisheiten
Philosophen werden allgemein für weltfremde Träumer in der Antike gehalten, die in wallenden Gewändern durch Griechenland pilgerten; ihr Job war nur, zu denken und zu lehren. Das ist ja leicht.
Realisten schweben nicht in diesen höheren Regionen, sondern stehen mit beiden Stiefeln im Dreck und krempeln die Ärmel hoch. Sie tun etwas Produktives, das man irgendwann anfassen kann. Das ist nicht einfach, sondern schwer - aber Materielles zählt schließlich.
Ideelles kann man vergessen, Ethik ist für abgehobene Aussteiger, die keine Steuern zahlen.
Die Karikatur hierlinks (klick mal drauf) veranschaulicht, wes Geistes Kind wir heute sind : "Ich weiß nur, dass ich alles weiß" steht auf der Tafel, während Sokrates vor 2400 Jahren noch meinte : "Ich weiß, dass ich nichts weiß".
Ist unser Bildungssystem so viel besser geworden oder jetzt ganz im Eimer? Sind die Realisten eigentlich Gegner der Philosophen?
Früher waren Philosophen mal ganz praktisch und aktiv als Berater in der Politik tätig; sie halfen, Lösungen zu finden. Man hörte ihnen zu und manchmal richteten sich Staatsoberhäupter sogar nach ihren Empfehlungen. Lobbyisten haben es heute einfacher : sie wissen schon alles.
Philosophie ist wörtlich die 'Liebe zur Weisheit' - so gesehen bin ich auch ein Philosoph; ich möchte das Wahre finden und ein praktischer Philosoph sein, der mit anderen Lösungen findet und sie anbietet, um das Leben leichter und einfacher zu machen.
Deshalb werde ich mir auch keinen Bart wachsen lassen ... und Jeans sind auch praktischer als wallende Gewänder, die sich nur in der Fahrradkette verfangen.
Unsere Zeit hat also durchaus ihre Vorteile, nur ist sie in vieler Hinsicht einseitig geworden; Philosophen werden nicht recht ernst genommen, weil sie nicht immer sofort in klingender Münze liefern.
Aber Münzen haben zwei Seiten und man sollte tunlichst nicht nur die Zahl vorne drauf beachten.
"Das Wahre ist leicht. Nicht, dass es uns ohne Bemühung zufiele. Denn eben dieses Leichte und Einfache zu finden ist das Schwerste ... Die meisten stellen sich vor, das Wahre müsse schwer sein, um das Wahre zu sein; aber wenn das Wahre gefunden ist, hat es immer etwas vom Ei des Kolumbus an sich."
So sagt F.W. Schelling [1775-1854] in 'Philosophie der Offenbarung'.
Denn das Ei des Kolumbus kann man anfassen.
Berend Lange schrieb am 23.11.2009 in Gefühle
Mut ist ja nicht, wenn man keine Angst hat; Mut ist, wenn man seine Angst überwindet.
Ein Freund von mir hat ziemliche Höhenangst und ich werde nie vergessen, wie ich mal mit ihm auf einer Aussichts-Plattform oben auf dem Tafelberg in Kapstadt stand.
Als ich ihn schließlich überredet hatte, mit beiden Händen am Geländer - und ohne nach unten zu sehen - nach vorne an die Brüstung zu kommen und er ganz sicher über dem Abgrund stand war er froh und stolz : "Oh Mann ... diese Aussicht ist unbezahlbar!"
Das hatte ihn viel Überwindung gekostet, aber ohne die Hölle zu kennen können wir auch den Himmel nicht finden. Hier ist übrigens eine schöneDefinition :-))
Ohne Angst können wir gar nicht wissen, was Mut ist !
Menschen mit spirituellen Neigungen versuchen immer das Licht zu finden; in Wirklichkeit geht es aber darum, Licht und Dunkelheit zusammenzuführen. Wenn wir die Dunkelheit verdrängen, indem wir nichts mit ihr zu tun haben wollen, verstärken wir sie nur - wir dürfen nicht ablehnen, wovor wir Angst haben ... wir müssen es einbeziehen.
Dazu brauchst du Mut.
Erleuchtung findet dann statt, wenn du nicht mehr zwischen Licht und Dunkelheit wählen musst, zwischen Trauer und Freude, Schuld und Vergebung, Liebe und Hass.
Nur Mut!
Berend Lange schrieb am 30.09.2009 in Horizonte
Wann hast du zum letzten Mal deinen Augen nicht getraut? Bist du schon mal einer optischen Täuschung, einer Illusion - wie der hier links - auf den Leim gegangen?
Mir ist das heute vor genau acht Jahren am 11. September 2001 passiert, als Flugzeuge in das World Trade Center in New York krachten.
Als ich das im Fernsehen sah dachte ich zuerst : schon wieder so ein Katastrophen-Film. Heute kann man ja mit 'special effects' so ziemlich alles glaubhaft auf den Bildschirm bringen.
Sieh dir doch diesen Video mal kritisch an :
Unglaublich, was man da sieht; aber man darf eben längst nicht mehr alles glauben - und ich habe mir daraufhin einige Gedanken (auf Englisch) auch zu anderen Illusionen gemacht, in denen wir so leben.
Das alles ist heute relevanter denn je - geh doch einfach mal auf meinen Artikel 9/11 - Life in a World of Illusionswenn du ihn noch nicht kennst oder wieder vergessen hast : da findest du auch ein ziemlich berühmtes Bild, auf dem man zwei verschiedene Frauen sehen kann, je nach Blickwinkel.
Kannst du beide sehen?
Berend Lange schrieb am 18.09.2009 in Seelenalter,Horizonte
"Ich kriege nie etwas fertig!"
Ein Freund von mir ist richtig ärgerlich und beschwert sich lauthals über seine Neigung, bei der Arbeit leicht abgelenkt zu werden.
Davon kann ich auch ein Lied singen : bei mir liegt es daran, dass ich noch vor mir liegende Aufgaben meist viel größer sehe, als sie eigentlich sind.
"Vielleicht kriegst du nur nie alles fertig", schlage ich vor. "Nimm dir nicht so viel vor."
Er kuckt mich erstaunt an. "Natürlich, das ist es!" Ein Wechsel der Perspektive weckt Verständnis.
Siehst du z.B. nur die alte oder nur die junge Frau auf dem Bild oben links? Sie sind aber beide da.
Sehen zu lernen ist eine Kunst; aber man muss noch etwas anderes lernen : nicht zu sehen, was nicht da ist.
Wir machen aus einem Maulwurfs-Hügel manchmal einen Berg - oder meinen Abgründe zu sehen, wo gar keine sind - nur weil wir die Situation aus einem schiefen Blickwinkel betrachten; es hat keinen Zweck sich dann zu ärgern, wenn einem plötzlich die Augen aufgehen :
"Warum habe ich das nicht schon viel früher gesehen?"
- Junge Seelen ärgern sich über andere.
- Alte Seelen ärgern sich über sich selbst.
- Aber nur weise Seelen ärgern sich gar nicht mehr.
Nein, ich bin noch nicht weise ... aber auf dem Weg dahin; du wohl auch - sieh dir einfach nochmal meine SeiteDein Seelenalter an.




