Blog-Themen : Horizonte
Würde ich in meinem Leben etwas anders machen?
Berend Lange schrieb am
13.08.2010 in
Horizonte
In der Presse, im Fernsehen und im Rundfunk wird älteren Prominenten immer wieder mal die Frage gestellt: "Wenn Sie Ihr Leben nochmal von vorne anfangen könnten - würden Sie etwas anders machen?"
Und die Antwort darauf ist normalerweise in etwa: "Nein, ich hatte bisher ein sehr schönes Leben - mit Höhen und Tiefen, aber ich bin glücklich und habe jeden Moment genossen; ich würde alles wieder genauso machen."
Es ist ja schön, wenn jemand das sagen kann ... wenn er es auch wirklich meint; ich habe allerdings den Verdacht, dass solche Äußerungen in erster Linie der Öffentlichkeitsarbeit dienen, denn jeder hat sein gerüttelt Maß an Schwierigkeiten und Fehlschlägen durchgemacht.
Und wenn jemand das nochmal erleben will ist er entweder Masochist ... oder er hat nichts aus ihnen gelernt.
Als Nicht-Prominenter wurde mir diese Frage bisher nie gestellt, und dir wahrscheinlich auch nicht.
Aber wenn ich mal genau überlege, was ich in Gesprächen mit Freunden und hier in meinem KOMPASS-Blog so mache, ist es eigentlich genau dasselbe: ich erzähle von meinen Erfolgen und Erkenntnissen, aber meine Fehlschläge und andere Peinlichkeiten kommen so gut wie nie auf den Tisch - wir alle projizieren automatisch immer ein möglichst positives Bild von uns selbst, jeder kennt das.
Warum? Was ist los mit uns?
Wir tun das, um unser äußeres Image und unser inneres Selbstwertgefühl intakt zu halten. In meinem Leben gibt es aber genug Verirrungen und Fehltritte, um ein ganzes Buch zu füllen.
Vieles davon habe ich schon wieder vergessen oder verdrängt, so dass meine Frau mich manchmal an einige Dinge in den letzten 26 Jahren erinnern muss ... wenn wir z.B. über Arroganz sprechen, oder Egoismus; da habe ich eine Menge Skelette im Schrank.
Auch wenn ich an die Zeit nach der Trennung von meiner ersten Frau denke zieht sich manchmal immer noch mein Magen zusammen: ich war tief verletzt, habe keine Rücksicht auf die Gefühle anderer genommen und dabei viel Porzellan zerschlagen; das ist zwar lange her, war aber eine wilde Zeit, die ich nächstes Mal gerne auslassen oder anders machen würde.
Einige Leute, die mich schon länger kennen, haben mir schon wiederholt gesagt, dass ich mich sehr verändert habe - positiv, wohlgemerkt; dafür bin ich dankbar. Ich habe also etwas gelernt; darauf bin ich stolz.
Aber das heißt ja nicht, dass ich jetzt oben angekommen bin und mich selbstzufrieden zurücklehnen kann: wie wir alle habe ich weiterhin große Herausforderungen ... und meine ganz normalen Schwierigkeiten damit.
Sollte ich auch darüber hier mal reden?
Vielleicht nicht hier im Blog, den jeder lesen kann - ich habe noch nicht so viel Mut wie Steve Pavlina auf seinem; aber vielleicht in meinen nach Themen geordneten Artikeln auf meinem Website, die fast alle nur für Mitglieder meiner Horizons Gruppe zugänglich sind: bei ihnen kann ich davon ausgehen, dass sie ein ehrliches Interesse an ihrem eigenen persönlichen Wachstum und ein gutes Verständnis für die Herausforderungen des Lebens haben ... mich also nicht gleich für verrückt erklären.
Warum sollte ich das tun?
Wem würde das nützen?
Zunächst mal mir selbst - ihr wisst ja inzwischen, dass ich mir mit meiner Schreiberei Klarheit über die behandelten Themen verschaffe und auf dem Website quasi eine Chronik meines Lebens anlege.
Darüber hinaus nützt das aber vielleicht auch meinen Lesern - vielleicht kämpfst du ja mit ähnlichen Herausforderungen wie ich.
Die Voraussetzungen für einen geschützten Meinungsaustausch sind gegeben: mein Website gibt nicht nur gute Anregungen und Lösungsansätze, sondern ist auch schon interaktiv, d.h. jeder kann mitmachen und z.B. sein ganz individuelles - nur für ihn selbst sichtbares - Profil eingeben, dessen Textfelder bei Bedarf von der Datenbank in meine Artikel eingebunden werden; darüber hinaus kann man natürlich überall Kommentare abgeben und Fragen stellen.
Sobald Bedarf dafür besteht werde ich übrigens auch ein nicht-öffentliches Forum einrichten - in einer geschlossenen Gruppe Gleichgesinnter kann so eine echt hilfreiche Gemeinschaft entstehen.
Ich glaube, das ist ein sinnvoller Ansatz - und du kannst dich gerne anschließen.
Nicht um Peinlichkeiten und Fehlschläge zu diskutieren, sondern um mal offen über ganz konkrete Herausforderungen zu reden, die wir noch nicht bewältigt haben.
Wenn ich dann irgendwann mal gefragt werde, ob ich nächstes Mal in meinem Leben etwas anders machen würde, möchte ich ehrlich sagen können: "Ja, ich habe viel gelernt in den letzten Jahren."
Du auch?
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Mitglieder der Horizons Gruppe vom KOMPASS haben Zugang zu allen Seiten auf meinem Website.
Kommentare zu diesem Blogpost:
Ingrid schrieb am 13.08.2010:
Lieber Berend,
ich denke jeder hat diese Phasen im Leben. Ich stecke seit 12 Jahren!!! in einer Situation aus der ich nur ganz schwer heraus finde. Man tut etwas - und das hat Folgen für alles Weitere im Leben (Haus gebaut am falschen Ort? - Gibt es das? Damit beruflich fest gefahren. Hausverkauf ging bisher nicht...) Ich sollte das nicht einmal schreiben, um nicht schon wieder Energie hinein zu geben.
Trotz Arbeit mit dem MKS.....trete ich derzeit (noch) auf der Stelle. Um was es hier geht ist Lebenszeit!
Um auf die Frage zurück zu kommen - ich würde ganz viel in meinem Leben anders machen, mit meinem heutigen Wissen. Die Frage ist aber-vielleicht läuft ja auch alles genau so nach Plan?
In dem Sinne, liebe Grüße!
Kompass schrieb am 13.08.2010:
Danke, Ingrid.
Das mit dem Plan wird m.E. von vielen überschätzt; wir haben zwar alle ein mitgebrachtes Schicksal (einen Plan), dessen Grenzen wir nicht überschreiten können, aber innerhalb dieser Grenzen haben wir unseren freien Willen, der enorm viel Spielraum für die Erfüllung unseres Schicksals bietet.
Nur benutzen wir diesen Spielraum eben in Phasen, die ebenso enorme Ausschläge haben können - und uns genau die Erfahrungen bescheren, die wir brauchen, um unsere Lektionen zu lernen.
Ich selbst bemühe mich z.Zt. wieder über das Gesetz der Anziehung, wie sehr detailliert und praxisorientiert in dem deutschen Buch 'The Law of Attraction' von Esther & Jerry Hicks beschrieben, meine Lebenserfahrungen so zu gestalten, wie ich sie mir wünsche.
Vielleicht willst du es auch mal damit versuchen ... wirklich ganz viele nützliche Methoden da drin, die man sofort umsetzen kann.
Monika schrieb am 13.08.2010:
Hallo Berend,
ich grüsse dich herzlich und sage dir "danke" zu diesem Blogpost! JA - ich würde vieles anders machen - mit der Erfahrung und dem Be wusst sein von heute!!! scheinbar ist Leid not wend ig, um zu wachsen und "es" in Liebe um zu wandeln... das Leben ist ein Werdeweg - und wenn es stimmt, dass unsere Seele sich all diese Erfahrungen aussucht oder kreiert - dann ist doch alles gut, wie es war und wie es ist! heute weiss ich - ich bin Schöpfer meiner Schöpfung! - das wusste ich mit 20 Jahren nicht und in meinem Leben war viel Chaos - ...aber ohne Chaos keine Ent wick lung! ich finde, wir sind alle Schüler in der Schule des LEBENS!
ich wünsche dir viel Licht und Liebe!
herzlich Monika





