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Blog-Themen : Lebensfreude

 

Die Pflicht zur Freude

 Berend Lange schrieb am  23.11.2009 in  Lebensfreude


Den älteren Semestern unter uns hat man beigebracht, mit Freude unsere Pflicht zu tun. Na ja, den jüngeren wohl auch.

Ich weiß nicht, wie es dir geht - ich jedenfalls habe früher trotzdem das Wort 'Pflicht' immer mit etwas verbunden, was ich eigentlich nicht tun möchte. Wenn ich etwas nicht mit Freude tun kann, dann muss ich mich dazu überwinden ... ich stelle also die Interessen anderer vor meine eigenen.

Als mich daher am Samstag unerwartet ein Kunde anrief, von dem ich länger nicht gehört hatte, war ich zunächst nicht begeistert : eine große Übersetzung müsse bis Montag fertig für den Drucker sein, sonst könne man den Messeauftritt am Ende des Monats abschreiben. Aber ich wollte gerne helfen.

Um es kurz zu machen : es war ein Haufen Arbeit, und anstrengend. Aber kaum hatte ich angefangen merkte ich, wieviel Energie in dem Text steckte; er war interessant, auch eine Herausforderung und plötzlich machte es richtig Spaß.

Plötzlich war es mein Projekt, ich vergaß den Kunden, den Abgabetermin und die Messe - 14 Stunden lang flossen die englischen Formulierungen mir leicht von der Hand. Wäre es anders gewesen hätte ich nur dem Kunden, aber nicht mir selbst einen Dienst erwiesen.

Ist es egoistisch, unsere eigenen Interessen und Neigungen vor die der anderen zu stellen, uns selbst eine Freude zu machen?

Eher im Gegenteil, denke ich  ... es ist unsere Pflicht. Die Übersetzung ist nämlich richtig gut geworden, weil ich sie mit Freude gemacht habe - und wird wahrscheinlich helfen, eine Menge Recycling-Maschinen zu verkaufen.

Wir erweisen der Welt keinen Dienst, wenn wir immer nur unsere Pflicht ohne Freude tun - auch wenn bestimmte Aufgaben dadurch erledigt werden.

Freude ist nämlich ansteckend, wie eine Grippe - beide werden unabsichtlich weitergereicht, wir können es kaum verhindern. Wenn wir uns selbst eine Freude machen, dann machen wir sie automatisch auch anderen.

Diesmal hatte ich Glück, fast wäre ich in mein altes Denkmuster zurückgefallen : am Sonntag arbeiten :-(

Aber als Selbstständiger habe ich die Freiheit, meine Zeit selbst einzuteilen :-)

Es stimmt : wir müssen bewusst einen Weg finden, unsere Pflicht mit Freude zu tun ... auch uns selbst etwas zu geben, wenn wir anderen dienen.

Fühlt sich jedenfalls gut an. Zur Nachahmung empfohlen.

Oder kennst du das schon?


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